Gips (Kalzium-Sulfat-Dihydrat) wird aus Steinbrüchen gefördert und muss anschließend verschiedene Vorbereitungs- und Produktionsphasen durchlaufen, einschließlich der Kalzinierung, um schließlich Gips zu bilden, eine dehydrierte Form des Gipses.
Durch direkte Kontrolle und Feineinstellung des Produktionsverfahrens können die Struktur und die Eigenschaften der erzielten Rezeptur eng an die Bedürfnisse einer Reihe hochtechnischer Industrien angepasst werden.
Förderung
Gips wird im Tagebau oder Untertage abgebaut, und zwar unter Einsatz von Sonderbohrmaschinen und umweltfreundlichen Sprengstoffen. Die Steingröße kann bis zu 50 cm im Durchmesser betragen.
Zerkleinern
Eine erste Zerkleinerung bereits im Steinbruch oder am Eingang des Gipswerks sorgt dafür, dass die Gesteinsbrocken auf eine Größe von weniger als 10 cm verkleinert werden, da sie anschließend besser zu handhaben sind.
Lagerung
Die Gesteinsbrocken, die der ersten Zerkleinerung unterzogen worden sind, werden gelagert, um die Produktionskontinuität und eine optimale Homogenität zwischen den einzelnen Gesteinsförderlosen zu gewährleisten.
Mahlung
Es ist notwendig, die Partikelgröße zu kontrollieren und zu trennen, um genaue Produkteigenschaften zu erzielen, die für den herzustellenden Gips gewünscht sind.
Kalzinierung
Kalzium-Sulfat-Halbhydrat (CaSO4.½H2O) oder Gips wird erzielt durch teilweise oder komplette Dehydrierung des Gipses bei einer Temperatur zwischen 120° bis 400°C. Die Struktur und die Eigenschaften des Endprodukts hängen direkt von den gewählten Kalzinierungsbedingungen ab (Temperatur, Druck, Schnelligkeit).
Es gibt verschiedene Kalzinierungsverfahren:
| |
Alpha-Verfahren
|
| |
Gips des Typs Alpha wird wegen seiner hohen mechanischen Festigkeit hauptsächlich in industriellen Rezepturen verwendet. Bei diesem Gipstyp handelt es sich um einen kompakten Quarz mit geringer spezifischer Oberfläche und geringem Wasserbedarf, der einen harten Guss mit niedriger Porosität erzeugt. Alpha-Gips kann auf zwei verschiedene Arten produziert werden:
|
| |
-
Trockenverfahren: Hierbei wird während der Kalzinierung Dampf eingespritzt. Der Gips wird getrocknet und dann wie üblich behandelt.
-
Nassverfahren: Hierbei erfolgt die Kalzinierung des Gipsbreis unter Druck. Der Gips wird anschließend geschleudert und getrocknet.
|
| |
Beta-Verfahren
|
| |
Unter normalen Umweltbelastungen verdampft Wasser während des Kalzinierungsprozesses, und es bildet sich eine feinporige Struktur.
|
| |
Beta-Gips hat eine hochspezifische Oberfläche und einen hohen Wasserbedarf. Beta-Gips ist hoch porös, jedoch mit geringen mechanischen Eigenschaften; daher wird er aufgrund seiner saugfähigen Eigenschaften verwendet.
|
| |
Manchmal wird eine Mischung aus Alpha- und Beta-Gips eingesetzt, um die Eigenschaften beider Typen zu kombinieren und Produktlösungen zu optimieren, die den Marktanforderungen entsprechen.
|
Vermahlen
Nach dem Kalzinierungsprozess wird der Gips zu Pulver gemahlen. Die Partikelgrößenverteilung ist ein wichtiger Faktor für die Produkteigenschaften.
Mischen
Wenn der Gips nun in fein gemahlener Form vorliegt, erfolgt als letztes die Mischphase. Eine Auswahl an Additiven wird die Produkteigenschaften noch präziser einstellen, so dass sie den Bedürfnissen der Kunden entsprechen, was Abbindezeit, Viskosität, Porosität, Farbton und mechanische Beständigkeit betreffen.
Prüfen
In den verschiedenen Produktionsphasen werden Labortests durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle Produkte den strengen Produktspezifikationen entsprechen, bevor sie verpackt und verschickt werden.
Verpacken
Eignungstests werden durchgeführt zur Sicherstellung, dass die für jedes Produkt gewählte Verpackung einen optimalen Schutz gewährt und die Qualität des Produktes garantiert, bis es beim Endverbraucher ankommt.